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21.07.2015
Tipp aktuell

Ein Fenster erzählt Geschichten

Worauf kommt es bei einer gelungenen Schaufensterdekoration an? Das erfolgreiche Dekorations-Duo Stefanie Thierfelder und Julia Nawra gibt wertvolle Tipps, die aus jedem Schaufenster eine spannende Bühne machen.

Das Schaufenster dient dem Zweck, das Unternehmen und ein bestimmtes Image nach außen darzustellen. Außerdem soll es eine kompetente Auswahl des Sortiments zeigen und Botschaften oder Werbung transportieren. Hinter jeder Dekoration sollte eine erkennbare Thematik stehen. Ideen und Inspirationen für ein Konzept finden sich in Magazinen, auf Messen, Reisen oder im kulturell-gesellschaftlichen Umfeld. Bei der Ideenfindung sollte unbedingt auch die Zielgruppe berücksichtigt werden: Welche Erwartungen, welche Interessen hat sie? Das Schaufenster kann wie eine Bühne funktionieren, Geschichten können erzählt und inszeniert werden und so den Betrachter fesseln. Eine gelungene Schaufensterdekoration weckt beim Passanten Interesse, Neugier und Begierde – und sorgt im Idealfall dafür, dass er den Laden betritt und zum Kunden wird. Im Innenraum sollte sich dann die gewählte Thematik wiederfinden und als roter Faden erkennbar sein.

Weniger ist mehr


Generell sollte eine klare Aufteilung des Fensters und ein strukturierter Aufbau angestrebt werden. Die menschliche Wahrnehmung sucht nach Ruhe und Klarheit! Das Fenster sollte zu ca. 20 bis 40 % mit Ware ausgelastet sein. Der Rest sind Requisiten, Dekoartikel oder freie Flächen.
Die Blickrichtung der meisten Menschen wandert von links nach rechts. Auch dies kann berücksichtigt werden. Dem unteren Drittel einer Darstellung wird am meisten Aufmerksamkeit gewidmet. Durch Akzente und Kontraste können Blickfänge geschaffen werden. Diese entstehen z. B. durch Form-, Farb- oder Materialunterschiede oder das Spiel mit Licht und Schatten. Es sollten maximal drei Farben verwendet werden (drei Grundfarben, der Rest abgetönte Farben aus derselben Farbfamilie). Farben, Muster und Materialien sollten in einer sinnvollen und durchdachten Art angeordnet werden.

Ware in Gruppen arrangieren


Für den Aufbau eines Schaufensters gibt es verschiedene Möglichkeiten: Ein horizontaler oder vertikaler Aufbau wirkt ruhig und flächig, eine diagonale Ausrichtung eher zielstrebig und dynamisch. Für eine klare und mächtige Wirkung kann die Ware symmetrisch angeordnet werden, während asymmetrische Dekorationen eine lebendige, spannende und dynamische Ausstrahlung haben. Die Produkte sollten nicht einzeln dargestellt werden. Besser sind Gruppierungen wie Reihung oder ein Pyramidenaufbau, die für Räumlichkeit und Lebendigkeit sorgen. Mithilfe von kleinen Tischen oder Podesten lassen sich verschiedene Höhen und Tiefen schaffen. Die geeignete Tiefe des Fensters liegt bei ca. 1,20 m. Rückwände, also geschlossene Schaufenster, tragen ebenfalls zur Räumlichkeit und einem homogenen Aufbau bei.

Sauber und hell


Von hoher Priorität ist Sauberkeit! Ein verschmutztes Fenster oder alte, ausgeblichene Produkte führen zu negativen Rückschlüssen auf das Sortiment. Auch die Fassade sollte nicht zugestellt oder beklebt sein. Preisaufsteller sollten ebenfalls immer einheitlich sein und gerade, d. h. parallel zur Fensterscheibe, stehen. Auch der Einsatz von Licht ist enorm wichtig. Nach jedem Schaufensterwechsel sollten die Strahler neu eingestellt und optimal auf die Produkte ausgerichtet werden. Licht verfügt über die größte Fernwirkung und wirkt positiv auf den Betrachter.

Kreatives Team

Stefanie Thierfelder und Julia Nawra

Thierfelder-Nawra ist ein Kreativteam im Bereich Visuelles Marketing, das 2013 gegründet wurde. Stefanie Thierfelder, ausgebildete Gestalterin für visuelles Marketing, und Julia Nawra, Dipl. Designerin, verfügen über jahrelange Berufserfahrung in den unterschiedlichsten Bereichen und Branchen. Das Angebot reicht von der Konzeption individueller Richtlinien und Projekte über deren Umsetzung am PoS bis zum Mitarbeiter-Coaching und der Erstellung von Schulungsunterlagen. www.thierfelder-nawra.de


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