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Herma erweitert Standort Filderstadt

Eine große Chance

Es ist schon eine kleine Sensation, die da Ende Januar 2016 als Presse­meldung verkündet wurde: Herma investiert 100 Mio. Euro in den Firmenstandort Filderstadt. Nach eigenen Angaben ist dies die größte Investition, die das Unternehmen in seiner 110-jährigen Geschichte bisher geleistet hat. Für den Großraum Stuttgart bedeutet das eine wichtige Standort-Bestätigung – und Herma beweist damit hohe Innovationskraft.

Blick auf das Betriebsgelände von Herma in Filderstadt. In den Standort in Filderstadt investiert Herma 100 Mio. Euro - die größte Investition in der 110-jährigen Firmengeschichte.
Dieses jüngste Kapitel der Herma-Erfolgsgeschichte begann im August 2015. In diesem Monat gab das Unternehmen bekannt, dass es an seinem Hauptsitz in Filderstadt Bonlanden ein über 80.000 qm großes Gelände erworben hat. Das regional unter der Bezeichnung Gewerbepark Gutperle bekannte Areal liegt unmittelbar neben dem Stammsitz – ideal gelegen für Erweiterungen.

Fotos

Hier eine erste Studie zu den neuen Gebäuden: Im Vordergrund das neue Beschichtungswerk (der Bau mit LKW an Verladerampen), am oberen Bildrand die geplanten Fertigungslinien für Etikettiermaschinen (der Gebäudekomplex in Anthrazit). Rechts bestehende Herma-Gebäude.
Seit 1961 produziert Herma bereits in Filderstadt Bonlanden. 2008 hatte das Unternehmen seinen Hauptsitz dorthin verlegt. 2015 sprachen die Herma-Geschäftsführer Sven Schneller und Dr. Thomas Baumgärtner davon, „hier langfristig weiter zu wachsen und damit Arbeitsplätze zu sichern und zu schaffen“. Im Januar 2016 gab Herma die ersten Schritte seiner Pläne bekannt: Für insgesamt 100 Mio. Euro wird auf dem neuen Gelände ein weiteres, komplett neues Beschichtungswerk für Haftmaterial errichtet.

Außerdem werden die wohl weltweit modernsten Fertigungslinien für Etikettierer und Etikettiermaschinen realisiert. Mit dieser Investition wird die jährliche Beschichtungskapazität um 50 % ausgebaut, von jetzt 750 Mio. qm auf über 1,1 Mrd. qm Haftmaterial. „Wir werden in dem neuen autarken Beschichtungswerk sowohl Haftmaterial produzieren als es auch nach Kundenvorgaben konfektionieren“, erläutert Dr. Thomas Baumgärtner, der auch den Bereich Haftmaterial leitet. „Wir werden dann auch in der Lage sein, unser Portfolio um gänzlich neue Produkte zu erweitern.“ Außerdem wird der Bereich Etikettiermaschinen, der derzeit noch in Deizisau seinen Sitz hat, nach Filderstadt umziehen. Dank innovativer Produkte war Herma – wie das Unternehmen angibt – in den letzten Jahren immer in der Lage, schneller als der Markt zu wachsen.



Dabei stellt dieser Ausbau nur die erste Stufe eines Masterplans für das Gelände dar, der bis ins Jahr 2040 reicht. Sven Schneller ist überzeugt: „Mit der stufenweisen Realisierung dieses Masterplans haben wir die Chance, das Unternehmenswachstum über mehrere Generationen hinweg an diesem Standort zu sichern.“ Eine solche Investition sucht auch innerhalb der Branche ihresgleichen. „Mit diesem dreistelligen Millioneneinsatz ist Herma bis auf weiteres wahrscheinlich der Investitionsführer seiner Branche im zentraleuropäischen Raum“, fasst Sven Schneller zusammen.

Für die Region Stuttgart beutet das wiederum mehr Arbeitsplätze. Derzeit hat Herma 945 Mitarbeiter, über 650 davon arbeiten bereits in Filderstadt. Schon Ende 2016 soll die Mit­arbeiterzahl die Tausender-Grenze erreichen. Start der Baumaßnahmen ist für 2017 angekündigt, die planmäßige Inbetriebnahme ist für 2019 geplant.

Nachgefragt bei Sven Schneller

Sven Sneller
Herma tätigt aktuell die größte Investition in der 110-jährigen Firmengeschichte. Dies ist auch eine Entscheidung für den Wirtschaftsstandort Stuttgart. Welche Argumente bewegen und überzeugen Herma, den Standort Deutschland zu bewahren und sogar umfassend auszubauen?
„Made in Germany“ ist für uns kein Selbstzweck. Im Laufe unserer Unternehmensgeschichte haben wir selbstverständlich immer wieder auch Standorte im Ausland geprüft. Aber ausschließlich in Deutschland zu produzieren, hat für uns unschätzbare Vorteile – es erlaubt uns, unsere Produkte wie Etiketten in der Präzision, Perfektion und Qualität zu fertigen, die unseren Kunden einen entscheidenden Mehrwert bringen. Hinzu kommen kurze Wege bei uns im Unternehmen, die vieles weiter erleichtern. Dass wir nun in absehbarer Zeit alle unsere Geschäftsbereiche in Filderstadt räumlich zusammenziehen können, wird uns weitere positive Synergieeffekte bringen.

Wie genau werden diese aussehen?
Von der Konzentration auf einen einzigen Standort erwarten wir eine zusätzliche Verbesserung unserer Wettbewerbsfähigkeit. Das umfassende Know-how, das wir beispielsweise in der Selbstklebetechnik haben – vom Haftmaterial über Etiketten bis zu Etikettiermaschinen – ist weltweit schon einmalig. Dieses Wissen an einem einzigen Standort parat zu haben und bereichsübergreifend nutzen zu können, ist die Krönung.

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